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Umgestaltung Rathausstraße

Einführung

Die Rathausstraße hat eine wichtige Funktion zur Erschließung der Grevener Kernstadt. Täglich wird sie von etwa 11.000 Kraftfahrzeugen genutzt. Auch viele Schulwege verlaufen über die Rathausstraße. Viele Kinder und Jugendliche sind daher hier vor allem mit dem Rad, aber auch zu Fuß unterwegs. Zudem zerteilt die Rathausstraße die Fußgängerzone Marktstraße in zwei getrennte Bereiche. Eine sichere Querung ist hier erforderlich.

Es gibt schon länger das Bestreben, dass die Rathausstraße umgestaltet wird, um die Verkehrssicherheit und die Aufenthaltsqualität dort zu verbessern. Zudem soll der Fuß- und Radverkehr gefördert werden, ohne den Busverkehr zu beeinträchtigen. Kurz: Die Rathausstraße soll sicherer für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden werden, und sie soll schöner werden, damit sich Bürger*innen und Besucher*innen gerne in der Innenstadt aufhalten.

Durch das Verbot des Lkw-Durchgangsverkehrs und die Einrichtung von Schutzstreifen auf der Königstraße wurden erste Schritte zur Verkehrsentlastung unternommen und Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr erreicht.

Um weitere spürbare Effekte zu erzielen und den KFZ-Verkehr auf das Nötigste zu reduzieren, soll die Rathausstraße in Zukunft im zentralen Abschnitt zwischen Naendorfstraße und Völkerballkreisel umgestaltet werden. Verschiedene Varianten sind in einer Verkehrssimulation geprüft worden. Die Variante, die in der Simulation die überzeugendsten Ergebnisse erzielte, soll jetzt in ein einem Verkehrsversuch in der Praxis erprobt werden.

Verkehrsversuch - Grundlage

Mit dem Verkehrsversuch sollen die Ergebnisse einer Verkehrssimulation in der Praxis überprüft werden. Er ist zeitlich begrenzt und wird von der Straßenverkehrsbehörde, in diesem Fall von der Stadt Greven, angeordnet.
Wie ein Verkehrsversuch durchgeführt wird, regelt die Straßenverkehrsordnung. Hier heißt es: "Die Straßenverkehrsbehörden können die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken beschränken oder verbieten und den Verkehr umleiten. Das gleiche Recht haben sie zur Erforschung des Unfallgeschehens, des Verkehrsverhaltens, der Verkehrsabläufe sowie zur Erprobung geplanter verkehrssichernder oder verkehrsregelnder Maßnahmen." (StVO, § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6)

Warum wird der Verkehrsversuch durchgeführt?

Von 2016 bis 2018 wurde in Greven ein Mobilitätskonzept entwickelt. Eine darin enthaltende Maßnahme sieht die Umgestaltung der Rathausstraße zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs vor. Um die weiteren Planungen für einen kommenden Ausbau der Rathausstraße angehen zu können, wurde eine Verkehrssimulation beauftragt, die die Auswirkungen veränderter Verkehrsführungen auf das Straßennetz der Innenstadt Greven untersucht. Im Verkehrsversuch wird nun die Variante in der Praxis getestet, die in der Simulation die besten Ergebnisse erzielte.

Ein Umbau der etwa 500 Meter langen Rathausstraße ist schon aufgrund des Alters der unterirdisch verlaufenden Entwässerungskanäle und des technischen Zustands der bestehenden Straße unumgänglich. Darüber hinaus erfüllt die Straße in der heutigen Gestaltung nicht die verkehrstechnischen Ansprüche oder die städtebaulichen Ziele der Stadt Greven. Beispielsweise sollte bei einem Umbau den gestiegenen Ansprüchen der schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger*innen, Radfahrenden oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen durch verbreiterte Rad- und Gehwegen und eine barrierefreie Ausgestaltung der Verkehrsflächen Rechnung getragen werden.

In der jüngeren Vergangenheit haben sich zudem durch die zunehmend steigende Anzahl an Lastenrädern im Stadtverkehr zusätzliche Bedarfe ergeben. Auch die Stadt Greven unterstützt den Erwerb von Lastenrädern finanziell.

Welche Veränderungen ergeben sich für die Verkehrsteilnehmer*innen?

Bei der durchgeführten Verkehrssimulation hat sich eine Variante als besonders geeignet herauskristallisiert. Folgerichtig wurde die Stadtverwaltung im Dezember 2021 durch den Betriebsausschuss sowie den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt mit der Durchführung des Verkehrsversuches Beauftragt.

Dabei wird die Rathausstraße ab dem Rathaus bzw. der Kreuzung Hinter der Lake / Lindenstraße in Richtung Völkerballkreisel als Einbahnstraße geführt. Die Kardinal-von-Galen-Straße wird weiterhin im Zwei-Richtungsverkehr geführt. Die Ampelanlage an der Kreuzung Rathausstraße / Hinter der Lake / Lindenstraße bleibt vorerst bestehen, könnte aber im Rahmen der einjährigen Durchführung noch durch einen provisorischen Kreisverkehr ersetzt werden.

  • PKW: Für den Zeitraum des Verkehrsversuches können PKW die Rathausstraße in westlicher Richtung (also vom Völkerballkreisel bis zum Rathaus) nicht mehr benutzen. Hier sind nur noch Radfahrer und Busse zugelassen. Der Durchgangsverkehr beispielsweise von Ladbergen nach Nordwalde oder von Saerbeck nach Nordwalde weicht besser auf die Straßen B 481 (Emsdettener Damm) und L 587 (Ibbenbürener Damm) aus. Der innerörtliche Verkehr wird sich voraussichtlich über die Straßen An der Martinischule / Kardinal-von-Galen-Straße / L 587 - Münsterdamm verteilen. Möglicherweise ergibt sich auch eine Verkehrsverlagerung auf die Münsterstraße. Inwieweit diese Annahmen bestätigt werden, wird die Auswertung des Verkehrsversuches ergeben.
  • Polizei/Feuerwehr/sonstige Einsatzfahrten: Die Rathausstraße steht wie bisher für Einsatz- und Rettungsfahrzeuge zur Verfügung. Vom Völkerballkreisel bis zum Rathaus ist mit deutlich weniger Verkehr aufgrund der ausschließlichen Rad- und Busnutzung zu rechnen, was das "Durchkommen" für Polizei, Feuerwehr, o. ä. verbessern dürfte.
  • Fußgänger*innen: Alle Bürgersteige stehen wie bisher zur Verfügung. Die Querung der Rathausstraße dürfte aufgrund der geringeren Verkehrsstärke auch außerhalb der Fußgängerüberwege ("Zebrastreifen") oder der Ampelanlage einfacher möglich sein.
  • Lieferverkehr: Die Anlieferung der Innenstadt dürfte von dem Verkehrsversuch nur wenig beeinflusst werden, da der Schwerverkehr auf der Rathausstraße ohnehin nicht zugelassen war. Die Anlieferung kann wie bisher über die Saerbecker Straße und die Kardinal-von-Galen-Straße sowie den Münsterdamm in Verbindung mit der Kardinal-von-Galen-Straße bzw. den Straßenzug Martinistraße/Hinter der Lake erfolgen.
  • Busse: Für den ÖPNV ergeben sich keinerlei Veränderungen in der Verkehrsführung. Möglicherweise verläuft der ÖPNV auf der Rathausstraße sogar störungsfreier, da die Fahrspur vom Völkerballkreisel bis zum Rathaus ausschließlich von Radfahrenden und Bussen genutzt werden darf. 
  • Radfahrer*innen: Für Radfahrende ändert sich in Richtung Innenstadt im Rahmen des Verkehrsversuches nichts. Der bestehende Bordsteinradweg wird weiterhin genutzt. In der Gegenrichtung werden Radfahrer*innen im Bereich der Fußgängerzone Marktstraße vom Bordsteinradweg auf die Fahrbahn ("Umweltspur") geleitet. Hier teilen sie sich den gewonnenen Raum (heutige Fahrbahn) nur noch mit dem ÖPNV.

Alle anderen Einflüsse, Auswirkungen und Ergebnisse des Verkehrsversuches werden in der Ausarbeitung der wissenschaftlichen Begleitung detailliert dargestellt.

Raum für Neues

Durch die veränderte Nutzung der Rathausstraße ergeben sich zusätzliche Räume für alternative Nutzungen. Hier werden ab Mitte Juni 2022 sogenannte Parklets aufgestellt. Parklets sind Stadtmöbel, also zum Beispiel Sitzgelegenheiten, Blumenkübel oder Fahrradabstellmöglichkeiten. Die Stadt Greven hat sich als Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW erfolgreich um die Nutzung dieser Parklets beworben und bekommt diese unentgeltlich vom Zukunftsnetz Mobilität NRW zur Verfügung gestellt.

Historie und Zeitplan

  • Fertigstellung Mobilitätskonzept (2018) 
  • Fertigstellung Verkehrssimulation (2021) 
  • Beschluss des Verkehrsversuches (Dez. 2021)
  • Aufstellen der Beschilderung (Mitte April 2022)
  • Beginn des Verkehrsversuches (01.05.2022)
  • Aufbau der Möblierung (Juni 2022)
  • gepl. Ende des Verkehrsversuches (30.04.2023) 
  • Auswertung (Herbst/Winter 2023)

Der gesamte Verkehrsversuch wird durch die Fachhochschule Münster begleitet und im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit nach Abschluss bewertet. Die Stadt Greven erhofft sich von der Ausarbeitung Erkenntnisse, die in den künftigen Ausbau der Straße einfließen werden.

Ansprechpartner

Stadt Greven
Technische Betriebe Greven
Rathausstraße 6
48268 Greven

Herr Pochert (FD 4.0 Stadtentwicklung und Umwelt, Klima- & Mobilitätsmanager)
Tel.: 02571 920-319
E-Mail: olaf.pochertstadt-grevende

Herr Kintrup (TBG, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehr und Grün)
Tel.: 02571 920-348
E-Mail: andre.kintrupstadt-grevende

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